Warum ein Direktflug manchmal die bessere Wahl ist – Ein Rückflug-Drama in 5 Akten

Im November 2016 haben wir ein paar wundervolle Wochen in Mexiko verbracht. Wir haben viel gesehen, viel gelernt und eine wirklich geile Zeit dort erlebt. Natürlich gab es verschiedene Hoch- und Tiefpunkte, aber insgesamt war es doch ein sehr gelungener Backpacker-Trip – wäre da nicht das Chaos bei unseren Rückflügen gewesen.

Bevor das Drama seinen Lauf nahm
Eine wundervolle Zeit in Mexiko – bevor das Drama seinen Lauf nahm

Der Plan

Um Geld zu sparen, buchen wir unsere Flüge zu und von einem Ort. Das heißt: Wir sorgen dafür, dass unsere Reise immer am gleichen Ort startet, wo sie auch enden soll. Dies ist meistens wirklich die kostengünstigere Variante.

Dementsprechend haben wir unsere Flüge nach Mexiko zu und von Cancun gebucht. Von dort aus haben wir eine wirklich wundervolle Rundreise entlang der mexikanischen Karibik-Küste gemacht. Hätten wir schon während unseres Trips geahnt, was am Ende auf uns zu kommt, hätten wir sicherlich den ein oder anderen Strandtag noch mehr genossen.

Gebucht haben wir einen Flug mit mehreren Zwischenstopps: zunächst sollte es von Cancun nach Montreal, weiter nach London und von dort dann nach Frankfurt gehen. So weit, so gut.

Eine Ausreise mit Hindernissen

Nachdem wir in Cancun endlich unseren Check-In Schalter gefunden hatten, haben wir noch nichts Böses geahnt. Alles lag griffbereit in unseren Rucksäcken – Reisepass, Visum, Flugtickets. Jetzt musste nur noch das Gepäck aufgegeben werden. Der Service Mitarbeiter sah das jedoch ganz anders und wollte uns so schnell nicht gehen lassen.

Schon fingen die Fragen an: Wo waren wir gewesen? Wo kommen wir her? Wie ist unser Rückflug geplant? – nun ja, vielleicht war er einfach nur interessiert und höflich. Mittlerweile waren wir es ja gewöhnt, dass es in Mexiko immer ein bisschen langsamer vorwärts geht. Warten ist eine Tugend – Small Talk eine Höflichkeit. Alles kein Grund sich Sorgen zu machen. Oder doch? Spätestens als gleich zwei Polizeibeamte zu unserem Schalter kamen, kam uns die Situation dann doch etwas suspekt vor.

Kurzes Getuschel zwischen einem der Beamten und dem Service Mitarbeiter. Zwischendurch immer mal wieder eine gründliche Musterung von uns. Immer lächeln und freundlich bleiben – wir hatten ja nichts getan. Es folgten die gleichen Fragen, diesmal von der Polizei. Ein Blick auf den Reisepass, ein Blick aufs Visum, ein Blick auf mich. Martin war offensichtlich nicht mehr interessant für sie.

Dann endlich die Aufklärung: Auf dem Visum gab es einen Zahlendreher bei der Ausweisnummer. Der Service Mitarbeiter musste sich deswegen absichern, dass er mich ausreisen lassen durfte. Aber da ich aus keinem „Risikoland“ stammte, konnte davon ausgegangen werden, dass es lediglich ein Flüchtigkeitsfehler war – Gott sei Dank!

Montreal – Sicherheit geht vor

Mit großer Verspätung haben wir dann den Flughafen in Montreal erreicht. Wir hatten noch genau 25 Minuten zum Umsteigen. Schnell durch die Pass- und Sicherheitskontrollen und dann ab zum Gate. Soweit der Plan.

Aber irgendwie lag ein Fluch auf uns. Unserer Sprint endete erstmal bei den Sicherheitskontrollen. Verdacht auf Sprengstoff in meinem Rucksack! Na klar, wir haben ja Zeit und überhaupt hab ich auch echt nichts Besseres zu tun. Los gehts also mit dem nächsten Fragebogen: Hätte irgendjemand an meinen Rucksack gehen können? Wo komme ich her und wo will ich hin? Dann noch schnell eine Unterschrift unter meiner Aussage. Oh man, hoffentlich ist echt nichts schief gegangen. Immerhin waren wir stundenlang am Flughafen in Cancun und theoretisch hatten wir unsere Rucksäcke immer im Auge. Theoretisch!

Nachdem mein Rucksack gründlich durchsucht worden war, stand fest: Fehlalarm. Wie sowas passieren kann, weiß niemand. Aber ehrlich gesagt, war mir das auch egal. Wir mussten zum nächsten Flieger!

Gerade sitzen ist gesünder

Nachdem sich alles geklärt und ich ganz offensichtlich keine Gefahr dargestellt hatte, ging es für uns weiter zum nächsten Flieger. 8 Stunden Flug von Montreal nach London standen uns bevor. Endlich im Flieger angekommen, gab es zunächst einige Probleme beim Start. Montreal war zugeschneit und noch dazu scheinbar von extremer Kälte heimgesucht. Das hatte zur Folge, dass unsere Tragflügel immer wieder enteist werden mussten, bevor es dann, nach gefühlten Stunden, endlich in die Luft ging.

Jetzt können wir endlich entspannen. Naja nicht so ganz. Mein Sitz ließ sich einfach nicht verstellen. Natürlich war der Flieger dazu auch noch komplett ausgebucht, sodass ein Sitzplatz-Wechsel auch nicht in Frage kam. Die Stewardess konnte mir leider auch nicht helfen und so musste ich nun 8 Stunden fliegen – gerade, ohne auch nur die Chance zu haben es mir ein bisschen gemütlich zu machen. Und als wäre das nicht Herausforderung genug, waren meine Audio-Ausgänge am Sitz auch noch kaputt. Filme schauen – nur ohne Ton. Wenn es schon schief geht, dann auch richtig. An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an die kanadischen Mitflieger, die ihre lautstarken Diskussionen gerne über Sitzreihen hinweg führen. Sehr freundlich mich dabei zu unterstützen bloß kein Auge zu zubekommen. Martin hat Dank Film und Schlaf selbstverständlich nur wenig davon mitbekommen – na immerhin.

London – ein Streik kommt selten allein

Irgendwie habe ich diesen Flug dennoch überlebt. Augenringe bis zu den Fußsohlen, Laune im Keller und ein Blick der jeden tot umfallen lässt, der mir auch nur im geringsten zu Nahe kommt.

Jetzt müssen wir nur noch 2 Stunden fliegen und dann sind wir endlich in Frankfurt. Denkst du! So schnell hat das Schicksal kein Erbarmen mit mir. Die Lufthansa hat sich dazu entschieden zu streiken. Und welcher Flug war davon betroffen? Richtig, unser natürlich. Der nächste Flug bei dem wir ganz vielleicht einen Platz bekommen würden geht ganze 5 Stunden später. 5 Stunden gefangen an einem Flughafen. Ohne Raucherecke, ohne Schlafmöglichkeit und ohne auch nur einen Cent in der Tasche zu haben. Herzlich Glückwunsch!

Zugegeben: Ich habe mich dauernd umgesehen um endlich die versteckte Kamera zu finden. Das konnte doch echt nicht wahr sein! Was habe ich denn in Mexiko angestellt? Vielleicht hat der Schamane gar kein Segen, sondern einen Fluch über mich ausgesprochen?

Okay, kann man nicht ändern. Zum Glück sind nicht alle Sitzplätze durch Armlehnen getrennt – endlich konnte auch ich mal ein paar Stunden schlafen. Nicht tief und nicht ruhig, aber dennoch ein kleines bisschen Energie tanken. Und ja, Gott sei Dank haben wir in dem versprochenen Flug einen Sitzplatz bekommen – zwar verteilt und nicht zusammen, aber egal – Hauptsache ab nach Hause!

Frankfurt – alles kaputt, oder was?

Endlich!! Ankunft in Frankfurt! Ich muss gestehen: ich hatte echt kein Bock mehr. Nun gut, ändern lässt sich nichts, also ab zum Gepäckband und schnell zum Zug. Zwischendurch müssen wir natürlich noch unsere Zugtickets umbuchen. Anders als nach unserem Thailand Flug, kamen unsere Rucksäcke wirklich schnell. Der Fluch hatte ein Ende!

Nein, hatte er nicht. Denn während bei Martin schon wieder (und ich verspreche das ist alles wirklich genau so gewesen) alles super war, war mein Rucksack KAPUTT! Der Nierengurt war abgerissen! Na wenigstens wurde er noch netterweise dran geknotet. Und nach dem Drama, war das wirklich das kleinste Problem. Und außerdem heißt das: Endlich ein neuer Rucksack!

Rucksack auf der reise kaputt gegangen
Wenn es schief geht, dann auch richtig. Jetzt gibt es einen neuen Rucksack!

Also ging es schnell weiter, ab zum Bahnschalter um unsere Zugtickets umzubuchen. In all dem Gedrängel, hin und her Gelaufe, Rolltreppe hoch, Rolltreppe runter…links…rechts…ach ne da lang, ist natürlich was passiert? Richtig: Mein Handy ist heruntergefallen. Nicht so schlimm, passiert schon mal. Aber diesmal fällt es natürlich auf einen kleinen Stein und ta daa: Handy kaputt! Super! Das konnte tatsächlich nur noch eine Szene aus der versteckten Kamera sein! Sorry, aber einen anderen Grund für dieses Chaos kann ich nicht finden!

Natürlich mussten wir die Umbuchung unserer Zugtickets auch erstmal selber zahlen. Wie sollte es auch anderes sein? Aber immerhin sind wir dann tatsächlich beide relativ heil nach Hause gekommen. Das ich durch den 8 Stunden Flug einen Hexenschuss bekommen habe, brauche ich nicht zu erwähnen oder?

Unser Fazit

Das alles wäre mit einem Direktflug so zumindest nicht passiert. Und ich verspreche euch: Das mache ich so nicht nochmal!

Und wer auch immer mich bei der versteckten Kamera angemeldet hat, ihr habt vergessen die Situation aufzulösen – ich warte immer noch darauf, dass ihr euch enttarnt! Auch wenn ich heute über alles lachen kann:)

Ihr könnt die Geschichte toppen oder habt etwas ganz ähnliches erlebt?Immer her mit euren Erfahrungen und hinterlasst sie uns in einem Kommentar 🙂

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One Reply to “Warum ein Direktflug manchmal die bessere Wahl ist – Ein Rückflug-Drama in 5 Akten”

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